Biographie

Biographie

Ich selber fand den Weg zur Sahara erst im Herbst 2000, mit Marokko. 1 Woche waren wir in einer Gruppe und mit Kamelen in der Gegend von Zagora unterwegs, erlebten einen Sandsturm und die Gastfreundschaft der Saharauis. Und dort handelte ich mir dann das Wüstenvirus ein: nirgendwo lebt man intensiver als in der Wüste. Entweder man zerbricht an ihr, oder man verfällt ihr, entweder nie wieder oder immer wieder. Es gibt nichts dazwischen, kein vielleicht, sondern nur ein ja oder nein. Das ist die polarisierende Wirkung der Wüste. Nichts lenkt vom Wesentlichen ab, weil es keine Reizüberflutung gibt, sondern Leere, in der die Gedanken im Kopf klar werden. Später folgte dann mit Algerien der erste Kontakt zum Kulturkreis der Tuareg und schließlich der Niger, der nun in meinem Fokus liegt. Zum einen, weil es dort Wüstenlandschaften vom Feinsten gibt mit einer Vielfalt, die das ganze Spektrum abdeckt: vulkanische Gebirge, ausgedehnteste Sanddünengebiete, die Landschaften des Sahel, Tassili-Gebirge - und schließlich die Ténéré du Tafassasset, wo die Erde zur Scheibe wird; spätestens hier taucht die Frage auf, ob man nicht schon auf einem anderen Planeten ist! Zum anderen, weil der Niger vielleicht die einzige Region in der Sahara ist, wo noch ein Nomadenleben stattfindet, wie es anderswo nur noch auf jahrtausendealten Gravuren und Felszeichnungen zu sehen ist.


Das Leben der Tuareg zu beobachten und vor allem an ihm teilzunehmen gehört für mich inzwischen zu den interessantesten Erlebnissen einer Saharareise, wobei ihr Leben weit von reiner Lagerfeuerromantik entfernt ist. Natürlich gibt es sie noch, die blauen Männer und Ritter der Wüste, wie sie mit ihrem weißen Reitkamel durch den Sand reiten und abends am Feuer, wenn der shahid die Runde macht, ihren glitzernden indigo-tagelmoust zubinden. Klischees à la Mano Dayak. Aber genauso gibt es die ´´modernen´´ Tuareg, die mit Telefon, PC und dem Auto besser umgehen können als mit dem Kamel und der takuba, dem Schwert, und das reine Wüstenleben bzw. Nomadentum sogar ablehnen. Z.B. gibt es seit Ende Dezember 2002 in Agadez ein GSM-Netz von Celtel, alleine die neue Antenne ist dreimal so hoch wie die große Moschee und das höchste Bauwerk in der Stadt. Die Tuareg zu beobachten, wie sie geschäftig mit ihren handys hantieren und fleißig SMS verschicken, das sind Bilder, die unendlich weit weg erscheinen zu unserer oft verklärten Vorstellung ihres Lebens...


in einem Nomadenlager der Tuareg Kamelmilch zum Frühstück

"Kein Mensch kann in der Wüste leben und davon unberührt bleiben. Er wird fortan, wenn auch vielleicht kaum merklich, den Stempel der Wüste tragen, das Mal, das den Nomaden kennzeichnet; und er wird immer, je nach Veranlagung, leises oder brennendes Heimweh nach jenem Leben verspüren. Denn dieses unerbittliche Land übt einen Zauber aus, dem ein gemäßigtes Klima nichts entgegenzusetzen hat."
Wilfred Thesiger / arabian sands


Moula-moula

Durch meine Reisen gewann ich neue Freundschaften. Ich verliebte mich in die Schwägerin meines besten Freundes Kouna in Agadez. Im August 2003 heirateten wir in Agadez. Seit Dezember 2003 lebt nun meine Frau mit mir in Deutschland. Im November 2004 wurde unser Sohn Ben geboren.


(C) 2005 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken